GHICCHO UND SEINE KINDER
Uraufführung 24. November 1979,
Schauspielhaus Frankfurt im Rahmen der Produktion
DAS GESETZ DES HANDELNS
Regie: Lutz Hochstraate
Frankfurter Schauspielhaus, Schauspiel intern Nr. 2, 1979
DAS GESETZ DES HANDELNS
Als die Dramaturgie von Schauspiel Frankfurt, Chefdramaturg Michael Eberth und Team, vor einem Jahr anfing, sich Gedanken über einen Theaterabend zu machen, der die gewohnte Verhandlung von Theater - vorn ein Ereignis, davor Zuschauer mit den Augen geradeaus - sprengt, traten neue Stücke von Autoren ins Blickfeld, denen als Stoff der normale Wahnsinn unseres alltäglichen Lebens gemeinsam ist. Das Thema soll in vielfältigen Spiegelungen erscheinen, an vielen Schauplätzen Stücke u.a. von Antonin Artaud, Dario Fo, Gottfried Benn, M.G. Hofmann, Samuel Beckett, Tankred Dorst, Alexander Kluge, Ronald D. Laing, Ken Campbell.
"Ich habe Ihre 3 Texte gelesen und finde sowohl GHICCHO wie auch das Potential, das in den beiden Entwürfen steckt, ganz AUSSERORDENTLICH. Was mich überrascht, ist, daß in diesen Texten so ungeheuer schöne und schlagartig einleuchtende und eindringliche Theaterbilder stecken. Von den Bildern in GHICCHO bin ich wirklich hingerissen. Was mir aber Schwierigkeiten macht ist dieses (fürs Lesen ja auch wunderbare) willkürliche Umgehen mit Realität. Diese Kinder, die aus Mund und Ohren geboren werden (das könnte eine Puppe spielen, Puppen gebärend), dann aber als leibhaftige Figuren das Stück weitertragen sollen. Und dann plötzlich wieder in siedendes Wasser zu fallen haben. Es will mir einfach keine Spielweise einfallen, mit der man alle die vielen Phantasie-Ebenen des Stückes darstellen könnte. Andererseits finde ich die Symbole, die in dem Text stecken, so hinreißend, daß ich diesen Text gerne gespielt sehen würde." Michael Eberth, Verlag der Autoren, 20. Oktober 1976
"Vor drei Jahren, ich war damals noch Lektor im Verlag der Autoren, haben wir hier in Frankfurt über Möglichkeiten einer Aufführung Ihrer drei kleinen Szenen gesprochen. Sie sind mir seither nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich schreibe Ihnen jetzt, weil ich in der nächsten Spielzeit am Schauspiel Frankfurt Dramaturg sein werde und zur Zeit an der Konzeption eines größeren Spektakels arbeite, in dessen Zusammenhang ich mir den einen oder anderen Ihrer Texte sehr gut vorstellen könnte." Michael Eberth, Schauspiel Frankfurt, 12. Juni 1979 (Michael Eberth wurde später u.a. Chefdramaturg an den Münchner Kammerspielen, danach am Burgtheater Wien, z.Zt. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg)