Theaterstücke  

© Thomas Sessler Verlag

GHICCHO UND SEINE  KINDER

 "Ghiccho und seine Kinder" ist ein schrecklich-heutiges Märchen, das von einem Zirkus-Artisten erzählt, der durch das Familienglück, das er will, in Zwänge gerät, die ihn schließlich zerstören.
Peter Iden, Frankfurter Rundschau, 26.11.1979

BLASIUS oder Man soll die Norm erfüllen, selbst wenn man daran sterben müsste

 Es sei eines der besten Stücke, das von einem österreichischen Autor in den letzten Jahrzehnten geschrieben worden sei. Wenn einer wie der Dramatiker Wolfgang Bauer das sagt, so wird etwas dran sein. (…)
Kleine Zeitung Graz,
8. September 1984

UNTERWEGS

Analyse des neurotischen Fluchtzustands unserer Gesellschaft.
Unkonventionell sind archetypische Bilder unserer Zeit zu einem Kaleidoskop zusammengebaut. Die Figuren sind unterwegs, in eleganten Expresszügen mit Abteil, in der Lokalbahn, im Bus.

DOLORES, EIN HELDENLEBEN

"Es ist ein großes Gemälde alles verschlafender Bürgerlichkeit und damit alles ermöglichender Grausamkeit. 

Eine beklemmende Darstellung von Einfalt und deren Folge, immer wieder Schicksal zu ertragen und, wenn's sein muß, zu spielen.
… mit geradezu shakespearehaftem Humor   …"
Dieter Kaufmann, 8. August 1991 

DIE SÜCHTIGEN

Die Sucht aller geht  über das Spezialgebiet der Suchtkrankheiten weit hinaus. Wo die Einheit des Paares verloren scheint, gewinnt die Sucht eine allumfassende Dimension.



PARACELSUS NOW

Paracelsus erscheint gespiegelt in der Figur des  verspäteten Studenten Bertl, fiktiver alter ego, und mittels der Absurditäten dessen Existenz, die denen von Paracelsus gleichen. 

„ ... Die Zwiegeschlechtlichkeit und emotionale Haltlosigkeit der Hauptfigur, ihre manischen Gedankengänge, all das sind Ingredienzien für eine große Rolle, eine pralle Theaterfigur.“
Dr. Herwig Kaiser,
Chefdramaturg des Saarländischen Staatstheaters,
1994


BULGAKOW 
Der Dichter  und sein Diktator

Im Psychothriller rund um den Kultautor Michail Bulgakow wird das Verhältnis von Kunst und Macht auf gültige Weise interpretiert. Bulgakow, Zyniker und Mystiker, Arzt und Schriftsteller, Süchtiger und Liebhaber im stalinistischen Moskau. Ein Bild der Sowjetunion zwischen Kunstavantgarde und Reaktion, zwischen Liberalismus und Gulag.

MOZART IN SALZBURG

MOZART IN SALZBURG (im Anklang zu: MOZART IN PRAG oder MOZART IN NEW YORK) will bereits als Titel ausdrücken, dass Mozart wohl nicht nur zu seinen Lebzeiten fremd in seiner Heimatstadt gewesen ist ... 

DIE DREI WEISEN UND DER KNECHT 

SCHLUSSBILD
Das Riesenweib streckt sich und reckt sich, schließlich verharrt es in einer Brückenstellung. 

Aus seinem Schoß kriechen Spinnen und Insekten hervor. Bald wimmelt die ganze Landschaft von den seltsamen Geburten. Über dem Gewimmel taumelt ein nunmehr blinder Weiser hervor. Obwohl blind, fuchtelt er mit dem Botanisiernetz herum, als ob er Schmetterlinge fangen könnte, aber Schmetterlinge gibt es auch nicht mehr.
Bald folgen ihm weitere Weise, verkrüppelt, erblindet, die von den Geschöpfen des Riesenweibes überfallen werden."

DER FROSCHKÖNIG

SCHLUSSBILD
Die Bühne scheint leer. Der Teich ist mit Steinen zugeschaufelt. Oben, wie von einem Galgen, pendelt das Reststück des Froschkönigs.

Madame Meer lebt kaum noch. Sie hat wegen der Steine nichts sehen können.
MADAME MEER: 
Wo bist du, mein Gemahl, mein König?
Der, der an den Zitzen meiner Wellenspitzen 
Für den ich mich gekräuselt, gelitten,
kommst in meine Tiefe 
ich sterbe bald – 
du stirbst bald –
Die Rechnung wird beglichen.
Komm zu mir ewig,
ewig wieg ich dich,
in meinen Tiefen,
in meinen Gletschern,
wir sterben friedlich,
in meinem Grab.
Ewig  Ewig Ewig

WIR SIND SANIERT

Die vier Personen Gogo, Gigi, Gustl und Ellynelly stehen für verschiedene Phänomene unserer Gesellschaft.
Workaholic: Gogo, 
sein naiver Bruder: Gigi,   
Enkel eines Sozialdemokraten: Gustl, 
beeinflussbare, aber gutherzige Frau:  Ellynelly. 

In einer Posse a la Nestroy unter dem Titel „Wien ist Udo“ beschreibt Gustl das größte Theaterereignis seiner Zeit (1977) ganz realistisch. Weder Thomas Bernhards „Heldenplatz“ noch Claus Peymanns Burgtheater, sondern der „Lucona Prozess“ ist das wahre Theaterereignis. 

WIE EINE LILIE

SCHLUSSBILD

DAME:
Schaukle, junger Dichter, schaukle deine Herrin.
Philip tut apathisch, was ihm befohlen wird.  Während die Dame ihren Knäuel in unregelmäßigen Abständen fallen lässt, den Philip stets aufhebt, summt sie leise vor sich hin:
DAME:
Unter Tulpen und Nelken musste sie begraben werden.
 Tulpen und Nelken sind deine Speisen
 und der bezwingende Blick ist dir eigen.
 Der bezwingende Blick.
 Schaukle, junger Dichter,
 schaukle deine Herrin.
 Schaukle leise.